Autorenlesung am Sonntagnachmittag, 27. Oktober

„Vater hat nie geschossen“: So lautet ein Satz, der in vielen Familien an die nächste Generation weitergegeben wird. So heißt auch das neue Buch von Michel Hülskemper. Am Sonntag, 27. Oktober stellt er es im Guten Hirten im Rahmen einer öffentlichen Lesung vor.

Unsere Väter und Großväter waren Soldaten im Zweiten Weltkrieg. Darüber gibt es in fast jeder Familie Geschichten, die immer wieder erzählt werden. Die meisten handeln von Hunger und Gefangenschaft, Kälte und Entbehrungen in der Zeit danach. Aber was war vorher?

Michel Hülskemper ist dieser Frage nachgegangen. Er befragte nicht nur Vater und Mutter, Onkel und Tanten, sondern auch viele andere Menschen, die den Krieg selbst erlebt hatten. Sie übergaben ihm Fotos und Dokumente, Orden und Ausweise, Briefe und andere Erinnerungsstücke. Er recherchierte weiter. „Aber am wichtigsten und eindrucksvollsten waren meine Gespräche mit den Zeitzeugen“, resümiert der 62-jährige Autor. Vor wenigen Wochen ist sein Buch erschienen.

Eine Spurensuche in zwölf Erzählungen über den Krieg und die Zeit danach, so könnte der Untertitel heißen. Diese Erzählungen sind „eine vorsichtige Annäherung an den Gedanken, dass unsere Väter und Großväter vielleicht nicht nur Opfer waren. Sie hatten ein Gewehr in der Hand, sie brachten Kanonen in Stellung, führten Befehle aus. Die Wehrmacht, in der sie dienten, eroberte andere Länder und brachte Leid und Tod“, so heißt es dort. Dieser Gedanke ist schmerzlich und doch eine Seite in ihrer Biografie. Die Geschichten und Legenden aus der großen Familie des Autors sind einmalig und doch typisch für die „Generation Krieg“. Das gilt nicht nur das Schicksal der Soldaten, sondern auch für die Frauen und Mütter dieser Zeit.

Vielleicht kann man sogar sagen: Der Krieg ist eigentlich noch immer nicht beendet, denn noch immer leiden Menschen unter den Ereignissen von damals. Deswegen müssen wir wachsam alles tun, damit nie wieder solche gewissenlosen Politiker an die Macht kommen.

Wir laden alle Interessierten herzlich ein! Das Thema spricht bestimmt nicht nur die Bewohner und ihre Angehörigen an, sondern viele andere Menschen mehr, die den Krieg und seine Folgen zu spüren bekommen haben.

Für die passende musikalische Untermalung sorgen Reinhard Kappenberg (Saxophon, Klarinette) und Stephan Löring (Klavier).

Termin: Sonntag, 27.10.19, 15:00 Uhr, Guter Hirte, Karolingerstraße 65. Die Veranstaltung ist öffentlich und dauert etwa 1,5 Stunden. Der Eintritt ist frei.