Palliativ Care

Mehr Zuwendung für Sterbende und ihre Angehörigen: Mit diesem Thema beschäftigte sich das Palliativnetzwerk Bocholt im Rahmen einer Fortbildung. Am selben Tag beriet die Bundesregierung in Berlin über einen entsprechenden Gesetzesentwurf.

„Menschen mit Demenz sind in besonderer Weise auf Verständnis und Hilfe angewiesen“, erklärte Dr. Benedikt Matenaer zu Beginn der gut besuchten Veranstaltung im Haus vom Guten Hirten.

Ehrenamtliche und Fachkräfte befassten sich gemeinsam mit der Frage, wie sie Menschen am Ende ihres Lebens möglichst gut  pflegen, unterstützen und begleiten können, auch dann, wenn diese sich nicht mehr verständlich äußern und nur mit ihrem Verhalten ihre Bedürfnisse zeigen können. Beispielsweise, wenn sie Schmerzen haben: Wie äußern sie dies? Und wie kann ein Zusammenspiel von Medizin, Pflege und Alltagsbegleitung zu einer Linderung  beitragen?

Stephan Kostrzewa stellte dafür praxistaugliche Ansätze vor. Der Altenpfleger und Sozialwissenschaftler aus Mülheim erläuterte in seinem Vortrag, was Fachleute als  „Palliative Care“ bezeichnen: „Das Sterben und den nahen Tod akzeptieren und nach der bestmöglichen Lebensqualität für den Sterbenden und seine Angehörigen suchen.“

Zahlreiche Beispiele in seinem engagierten Vortrag lieferten konkrete Anregungen und weitergehende Denkanstöße für einen sensiblen Umgang mit dem Thema. Die enge Abstimmung zwischen professionellen und ehrenamtlichen Helfern wie auch mit den Angehörigen sei zwingend erforderlich.

„Zusammenarbeit wird in Bocholt ohnehin groß geschrieben“, bekräftigte Johannes Tepaße am Rande der Veranstaltung. Der Leiter des Guten Hirten ist mit seinem Haus aktives Mitglied im Palliativ-Netzwerk Bocholt e. V. Dieser Zusammenschluss von ambulanten und stationären Einrichtungen koordiniert zahlreiche Aktivitäten mit dem Ziel einer möglichst individuellen Versorgung der Betroffenen und ihrer Familien. Eine tragende Rolle spielt dabei die Hospizgruppe Omega, die mit einer großen Zahl von ehrenamtlichen Mitarbeitern täglich Unterstützung leistet – auch an den Hospizbetten, die der Gute Hirte bereithält. Tepaße: „Ein solches Palliativnetz wie Bocholt hat längst nicht jede Stadt.“ Es wirke in vielen Fällen über Bocholt hinaus weit in den Kreis Borken hinein.

Die Bundesregierung will laut Kabinettsbeschluss die finanzielle Ausstattung von Hospizen und Palliativstationen verbessern und dafür nach Presseberichten bis zu 200 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr ausgeben.

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