„Das ist aber eine neun“, ruft Diego, als Elisabeth Angenendt gerade am Zug ist. An einem Mittwochnachmittag im März spielen die beiden Skip-Bo. Johann komplettiert die Zockerrunde. Die drei schenken sich nichts: Es wird ermahnt und triumphiert – und gelacht und geschwatzt. Diego und Johann sind beide 14, Elisabeth Angenendt ist Mitte Neunzig. „Es ist eine schöne Abwechslung“, freut sie sich.
Spaß, Spiele, Spaziergänge
Seit Februar kommen die beiden Teenager regelmäßig in den Guten Hirten, gemeinsam mit zehn weiteren Schülerinnen und Schüler der Ismahel-van-Meckenem-Realschule. Bis zu den Sommerferien verbringen sie jeden Mittwochnachmittag eine Stunde in den vier Wohnbereichen. Ihr Besuch ist Teil eines Schulprojektes. Ihr Programm: Zeit mit den Bewohnerinnen und Bewohnern verbringen. Spaß, Spiele, Spaziergänge.
„Die Gruppe ist super angekommen“, berichtet Alexandra Knop, die den Sozialen Dienst leitet. Jedem Wohnbereich seien höchstens drei Schülerinnen und Schüler zugeordnet: „Alle bleiben die ganze Zeit auf derselben Station, damit gute Beziehungen entstehen können.“
Soziale Kompetenzen erlernen
Das Projekt für die achten Klassen laufe mittlerweile im vierten Jahr, sagt IvM-Lehrer Arndt Pohlmann. „Soziale Kompetenzen zeigen, erlernen und steigern“, erläutert er dessen Ziel, „dabei sollen die Schülerinnen und Schülern mit Lebenswelten in Berührung kommen, die sonst eher nicht Teil ihres Alltags sind.“
Den Schülerinnen und Schüler haben ihre neuen Erfahrungen schon einige Aha-Momente beschert. „Ich hätte nicht gedacht, dass es so persönlich zugeht“, findet Ela-Nil. „Ich habe nicht erwartet, dass die Menschen auch auf uns zugehen und ansprechen“, sagt Nele. Und Jazba ergänzt: „Ich fand es überraschend, dass die Zeit so schnell vergeht.“
Ferienjob?
Viele der jungen Menschen seien so begeistert, dass sie direkt nach einem Ferienjob fragten, schmunzelt Alexandra Knop. Ihnen müsse sie aber leider eine Absage erteilen: „Dafür muss man 16 Jahre alt sein.“ Dann aber seien sie sehr willkommen.
